Tommi Peters "Petone"

TOMMI PETONE
Bahar Tozman
Vice President A&R
btozman
@emimusicpub.com
Mann im Hintergrund! Künstler, die am Anfang stehen, nehmen vieles auf sich, um ihren Lebenswunsch zu verwirklichen. Das Abendblatt stellt in dieser Serie junge Menschen vor, die sich für die Kunst entschieden haben. Oft gegen den Rat von Eltern oder Freunden. Sie erzählen von ihren Ängsten und Zweifeln, von ihren Erfolgen und Sehnsüchten. In der vierten Folge berichtet TOMMY, wie er als Bassist in Rockbands begann und nach einer Krise zum Songwriter wurde, der für andere schreibt und auch produziert. Er hat einfach so dagesessen. Hat gesungen, in seinem schönen Tenor. “Ich erinnere mich nicht mehr genau an das Lied”. Es erheiterte ihn so sehr, dass er lachen musste und die Worte verschluckte. Aus voller Kehle sang er, und dann kamen Tränen. So hatte ich meinen Großvater noch nie weinen sehen. Das ist acht Jahre her."

"Davor war ich TOMMY PETERS, Groß- und Einzelhandelskaufmann. Danach war ich PETONE. Und der war, seit seinem Großvater die Vergangenheit als Kriegsversehrter die Kehle aufstieg und sich in Gesang verwandelte, nicht mehr der, der er vorher war: ein Kaufmann im Sanitärgewerbe. Ich habe meinen Job geschmissen und begonnen, Musik zu machen. Zuerst in Bands und ganz unbefangen. Es hatte eigentlich keinen richtigen Grund, warum ich mich dann für das Instrument Bass entschied. Niemand wollte ihn in unserem Rock-Trio spielen, glaube ich. Und dann habe ich geübt wie ein Berserker. Habe mir Videos und Bücher gekauft zur Harmonielehre, stundenlang in meinem Zimmer geübt. In dem holprigen und unbeholfenen Geschrammel meiner Rockband im stickigen Übungskeller lag der Sinn. Auch für alles, was dann folgte. Ich habe nach zwei Jahren die ersten Livejobs bekommen. War Bassist von Cucumber Man & Kid Alex, wo ich das erste Mal mit einer bekannten Rockband getourt bin. Die Bands Blackpool, Scuba Diver waren weitere Schritte."

Durch sein erstes Bandprojekt Blackpool (EMI/Electrola) kam er in die Boogie-Park-Studios Hamburg wo er auch erstmalig mit der Produktion von Musik in Berührung kam. Nach einigen Lehrjahren, dem Sammeln von Erfahrungen und diversen Eigenproduktionen, folgten schließlich dann die ersten Aufträge. PETONE ist sein Produzentenpseudonym unter dem er für diverse Künstler in den letzten 2 Jahren produzierte, remixte & als Autor arbeitete. Um einige zu nennen: Sido, Jan Delay, Samy Deluxe, Valentine, Jansen & Kowalski, Das Bo, Bap, Culcha Candela, Nosliw, Nina MC, Kimo Green, Jasmin Wagner und OLESoul.

Als Werbemusiker arbeitete er u. a. für: Mc Donalds, Volkswagen… "Es gab viele Höhepunkte, das Gefühl, es geschafft zu haben, sich aus den Zwängen, etwas Vernünftiges zu tun, gelöst zu haben. Mit jedem Basslauf mehr. Geld für Touren zu bekommen, auch Fans zu haben, das war verwirrend und ein ständiges, treibendes Hochgefühl. Etwa im Turnus von drei Monaten flaute dieses Gefühl ab. Dann, als langsam das Geld ausging und immer klarer wurde, dass nichts mehr geht, war es schließlich ganz weg. Manchmal dachte ich, der Zenit meiner Karriere sei jetzt erreicht, und es tat umso mehr weh, wenn ich dann wieder unten aufprallte: in den 40 Quadratmetern Wohngemeinschaft, in der ich toller Musiker lebte. Künstlersozialkasse und Vermieter schickten regelmäßig saftige Rechnungen. Mit meinen eigenen Songs als Solokünslter nicht groß herauszukommen ist okay. Die Vorstellung, bei Viva auf dem Sofa zu sitzen und spontan zur Gitarre ein Lied zu trällern, erschreckt mich ohnehin. Ich bin ein ruhiger Geselle. Vielleicht nicht so passend für ein extrovertiertes Business wie Popmusik, aber ich habe meinen Platz gefunden, als Mann im Hintergrund. Heute mehren sich die Aufträge. Es sind kleine und größere, aber ich muss mir keine großen finanziellen Sorgen mehr machen. Das ist ein komisches Gefühl. Ein sehr gutes, würde mein Großvater sagen.
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